7 Fragen an Probus-Initiator Toni Honsig

Toni Honsig ist zweifellos das „Mastermind“ der Generali Winzer-Initiative Probus seit dreißig Jahren. Im Gespräch erzählt er, wie alles anfing, warum Probus für ihn eine Bereicherung für’s Leben ist und wie es mit der Winzerinitiative weitergeht.

Gelungen ist das, weil sich alles auf einer sehr persönlichen Ebene abgespielt hat.


Was war die tatsächliche Initialzündung für das erste Probus-Projekt?

Toni Honsig: Ich habe festgestellt, dass von meinen Kollegen aus der Versicherungsbranche in ganz Österreich erstaunlich wenige das Weinviertel gekannt haben. Ich selbst war natürlich ein Verfechter des Weinviertels und es hat mich schon ein bisschen gestört, dass die Wachau, das Burgenland oder die Steiermark durchaus bekannt waren, aber das Weinviertel eben nicht. So kam es zur Idee von Probus als Marketinginitiative mit dem Ziel, die Winzer in dieses Netzwerk mit einzubinden, so dass sie sagen: „Die Generali ist meine Versicherung!“ Gelungen ist das, weil sich alles auf einer sehr persönlichen Ebene abgespielt hat. 

Zugute gekommen ist uns dabei, dass zu der Zeit ein großer Umbruch im Weinviertel stattgefunden hat. Zum einen der Generationswechsel, zum anderen sind neue Initiativen und Vereinigungen entstanden wie Mathias Corvinus und später Weinviertel DAC. In Kombination mit unserem österreichweiten Netzwerk haben wir dann auch regionsübergreifende Kooperationen geschaffen und so das Weinviertel bekannt gemacht. 


Probus spannt einen weiten Bogen vom Weinviertel ins Wein-Binnenland Vorarlberg. Warum ist gerade das Ländle so ein starker Partner geworden?

Toni Honsig: Das geht auf eine Einladung der Generali Versicherung zurück. Ein Kollege aus dem Westen, der die Zürser und Lecher Hoteliers versichert hat, ist mit einigen von ihnen einmal zur Retzer Weinwoche gekommen. Die waren von der Region begeistert und damit war der Kontakt begründet. Es gab dann einen Gegenbesuch in Lech am Arlberg, wo dann gleich die Idee zum Lecher Festwein geboren wurde. Aus der Taufe gehoben wurde dieser offizielle Wein für das Musikfest Lech dann mit einer großen Feier, an der auch der junge Bürgermeister Ludwig Muxel aus Lech und Landeshauptmann Erwin Pröll teilgenommen haben. 

Der Mensch lebt nicht vom Wein allein: Wie kam der Wein zum Käse und der Käse zum Wein?

Toni Honsig: Ich war mit dem Vorarlberger Sommelierverein auf einer Weinreise im Piemont unterwegs und habe auf der Rückfahrt im Bregenzerwald übernachtet, wo gerade die neue Käsestraße im Entstehen begriffen war. Gleichzeitig entstand im Weinviertel die Weinstraße und da war eine Partnerschaft naheliegend – Käse und Wein passen schließlich gut zusammen und dass es im Retzerland Bregenzerwälder Käse gab, hat eine Tradition seit mehr als 100 Jahren. Im Gegenzug entstand dann der „Wäldar Win“, der vom Weinviertel in den Bregenzerwald kommt.

Die Menschen tauschen sich aus – das ist ein Mehrwert.

Was ist Ihre Motivation, diese Initiative immer weiter voranzutreiben?

Toni Honsig: Das Wesentlichste ist, dass wir mit allen unseren Begegnungen mit den vielen Menschen die überregionale Wertschöpfung heben. Außerdem macht es viel Freude, an der Entstehung von Projekten beteiligt zu sein, wenn diese dann auch funktionieren und Anerkennung finden, weil das etwas Lebendiges ist. Es werden nicht nur Produkte ausgetauscht, sondern die Menschen tauschen sich aus – das ist ein Mehrwert und eine Bereicherung für’s ganze Leben. 

Wenn man bedenkt, dass einzelne Projekte jetzt seit rund 30 Jahren laufen und nach wie vor erfolgreich sind, dann ist das in Österreich fast einzigartig. 

Was schätzen Sie an Ihren Partnern, den Winzern, Wirten, Händlern besonders und was schätzen diese an Ihnen?

Toni Honsig: Sicher das Bekenntnis zur Qualität, dass wir hier im Weiviertel Top-Qualitäten liefern können, sowie die Nachhaltigkeit. Wenn man bedenkt, dass einzelne Projekte jetzt seit rund 30 Jahren laufen und nach wie vor erfolgreich sind, dann ist das in Österreich fast einzigartig. Was die Partner an mir schätzen ist meine Kooperationsfreudigkeit und die Ausdauer bei der Umsetzung. Da wird nicht nur was versprochen, sondern das wird auch zuverlässig eingehalten.

Ich möchte auf jeden Fall die Projekte nachhaltig absichern.

Wo wird sich Probus jetzt hin entwickeln, was sind die nächsten Ziele?

Toni Honsig: Der Generationswechsel ist im Gang – nach 30 Jahren ist das ein guter Zeitpunkt. Ich möchte auf jeden Fall die Projekte nachhaltig absichern und sehen, dass es eine anständige Übergabe gibt und die Projekte noch lange weitergehen. Aber auch ich selbst werde diesen Projekten noch eine Weile erhalten bleiben.

Wo haben Sie zuletzt im Weinviertel besonders gut gegessen und welcher Wein hat sie in letzter Zeit so beeindruckt, dass er Ihnen spontan wieder einfällt?

Toni Honsig: Beim Wein ist der Weinviertel DAC mein Favorit, auch weil er so vielfältig und ein perfekter, universell einsetzbarer Speisenbegleiter ist. Rund um Retz gibt es genug gute Lokale – besonders gern gehe ich momentan in die Mährische Botschaft im Retzer Weinschlössl, weil die auch die grenzüberschreitende Küche pflegen.

Weinjournalist Klaus Egle hat das Interview mit Toni Honsig geführt. Alles Fotos: Bernhard Raab – professional media